Dungeons 3 Review: Wenn das Böse verdammt unterhaltsam ist

Dungeons 3 Artwork for Review

Kurzfazit

Dungeons 3 verbindet Dungeon-Management mit klassischer Echtzeitstrategie und setzt dabei konsequent auf Humor und Zugänglichkeit. Besonders die Verzahnung von Unterwelt und Oberwelt sorgt für Abwechslung und ein eigenständiges Spielgefühl. Die Mechaniken greifen gut ineinander und werden sinnvoll über die Kampagne hinweg erweitert. Schwächen zeigen sich vor allem im repetitiven Start vieler Missionen, der den Spielfluss etwas ausbremst. Insgesamt bleibt ein rundes und unterhaltsames Strategiespiel mit klaren Stärken im Gameplay und der Präsentation.


Gameplay

Im Zentrum von Dungeons 3 steht die Kombination aus Aufbau-Strategie im Dungeon und taktischen Kämpfen an der Oberwelt. Beide Ebenen greifen ineinander und sorgen für ein abwechslungsreiches Spielerlebnis, das sich bewusst von klassischen Genrevertretern abhebt.

Dungeon Ansicht einer Arena in Dungeons 3
Mann kann eine Einheit aufnehmen und in die Arena werfen, wo sie Trainieren kann

Im Dungeon liegt der Fokus auf dem Ausbau der eigenen Basis. Räume werden errichtet, Ressourcen verwaltet und Einheiten rekrutiert. Dabei agieren die Kreaturen größtenteils eigenständig, direkte Kontrolle ist hier nicht vorgesehen. Stattdessen werden Einheiten bei Bedarf aufgenommen und an anderer Stelle im Dungeon wieder abgesetzt. Dieses indirekte System funktioniert gut, da es den Fokus stärker auf Planung und effiziente Organisation legt.

Die verschiedenen Fraktionen – Horde, Untote und Dämonen – stehen im Spielverlauf parallel zur Verfügung. Jede Fraktion bringt mehrere eigene Einheitentypen mit, die unterschiedliche Rollen erfüllen. So sind etwa Orks und Goblins unter anderem für den Bau und die Wartung von Fallen zuständig, während andere Einheiten z.B. bei der Beschaffung anderer Ressourcen eingesetzt werden. Diese klare Aufgabenverteilung sorgt für Struktur im Dungeon und gibt den einzelnen Fraktionen eine erkennbare Identität.

Die Ansicht der Oberwelt in Dungeons 3
In der Oberwelt kann man nur die Zauber der zuerst ausgewählten Einheit manuell einsetzten.

An der Oberwelt wechselt das Spiel in ein klassisches Echtzeitstrategie-Setup. Einheiten lassen sich direkt auswählen, gruppieren und befehligen. Die Steuerung orientiert sich an bekannten Genre-Standards und funktioniert insgesamt zuverlässig. Gruppen können per Hotkey verwaltet werden, was besonders in größeren Gefechten hilfreich ist. Eine Schwäche zeigt sich allerdings beim gezielten Wechsel primär ausgewählter Einheiten in bestehenden Gruppen, was unnötig umständlich gelöst ist und den Spielfluss kurzzeitig stören kann.

Die Balance der Einheiten ist insgesamt gelungen. Die Fraktionen ergänzen sich sinnvoll und ermöglichen unterschiedliche Spielstile. Neue Mechaniken werden verständlich eingeführt, wodurch das Spiel zugänglich bleibt. In der Praxis bleiben viele dieser Möglichkeiten jedoch unterfordert. Auf normalem Schwierigkeitsgrad ist der gezielte Einsatz verschiedener Einheiten selten nötig, und auch Fallen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Weniger gelungen ist die Struktur vieler Missionen. Der Dungeon-Aufbau beginnt häufig nahezu von vorne und startet mit einem stark eingeschränkten Techbaum. Dieses Prinzip ist aus dem RTS-Genre bekannt, wirkt hier aber schnell repetitiv.


Story & Setting

Comichafte Erzählung der Story aus Dungeons 3
Dungeons 3 erzählt die Story zwischen den Missionen im amüsanten Comicstyle

Die Handlung von Dungeons 3 setzt auf einen bewusst humorvollen Ansatz. Statt eines klassischen Heldenabenteuers steht hier das „absolut Böse“ im Mittelpunkt, das sich anschickt, die Welt zu erobern. Unterstützt wird dieses Vorhaben von der korrumpierten Heldin Thalya, die im Laufe der Kampagne eine zentrale Rolle einnimmt.

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich über einen Erzähler sowie Dialoge zwischen den Figuren. Besonders der Erzähler prägt den Ton des Spiels mit sarkastischen Kommentaren und regelmäßigen Seitenhieben auf Genre-Klischees. Die Wortgefechte zwischen ihm und Thalya sorgen immer wieder für gelungene humorvolle Momente.

Inhaltlich bleibt die Story eher einfach gehalten und dient primär als Rahmen für das Gameplay. Die Stärke liegt weniger in der Handlung selbst als in ihrer Präsentation. Zahlreiche Anspielungen auf bekannte Spiele, Filme und Serien aus der Popkultur lockern das Geschehen zusätzlich auf.

Die Welt orientiert sich klar an klassischen Fantasy-Elementen, bricht diese jedoch durch Überzeichnung und Ironie. Dadurch entsteht eine lockere, unterhaltsame Atmosphäre, die sich angenehm von ernsteren Vertretern des Genres abhebt.


Spielstruktur & Motivation

Die Kampagne umfasst rund 20 Missionen und bietet eine Spielzeit von etwa 30 bis 40 Stunden. Die Missionslängen variieren dabei spürbar: Während frühe Levels noch kompakt ausfallen, können spätere Abschnitte deutlich umfangreicher werden.

Der Techtree in Dungeons 3
Zwar erweitert sich der Tech-Tree im Kampagnenverlauf kontinuierlich, innerhalb der einzelnen Missionen muss er jedoch jedes Mal erneut vollständig aufgebaut werden.

Motivation entsteht vor allem durch die kontinuierliche Einführung neuer Einheiten, Räume und Mechaniken. Auch wenn der Techbaum innerhalb einzelner Missionen häufig zurückgesetzt wird, sorgt der übergreifende Fortschritt dafür, dass sich das Spiel stetig erweitert. Neue Optionen eröffnen zusätzliche strategische Möglichkeiten und halten das Gameplay frisch.

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt jedoch der wiederkehrende Aufbau zu Beginn vieler Missionen. Dieser folgt oft einem ähnlichen Muster und kann auf Dauer repetitiv wirken. Gerade weil der Fokus stark auf dem Dungeon-Ausbau liegt, fällt diese Wiederholung stärker ins Gewicht als in klassischen Echtzeitstrategiespielen.

Grind spielt im normalen Spielfortschritt kaum eine Rolle. Die meisten Missionen lassen sich ohne übermäßigen Aufwand abschließen. Für Achievements kann zusätzlicher Einsatz nötig sein, etwa durch wiederholtes Spielen einzelner Missionen oder das gezielte Erfüllen spezieller Bedingungen. Insgesamt bleibt dieser Aspekt jedoch moderat und optional.


Grafik & Sound

Visuell orientiert sich Dungeons 3 an einem stilisierten Fantasy-Look, der stark an klassische Genrevertreter erinnert. Der Artstyle ist bewusst überzeichnet und unterstützt den humorvollen Ton des Spiels. Dadurch wirkt die Präsentation stimmig, auch wenn sie technisch keine Spitzenwerte erreicht.

Die Grafik erfüllt ihren Zweck zuverlässig: Einheiten und Gebäude sind klar erkennbar, und das Geschehen bleibt auch in hektischen Situationen übersichtlich. Für ein Strategiespiel dieser Art ist das vollkommen ausreichend.

Im Audiobereich überzeugt das Spiel vor allem durch seine Sprachausgabe. Der Erzähler und die Charaktere transportieren den Humor sehr effektiv und tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei. Die Dialoge sind pointiert geschrieben und werden entsprechend gut vertont.

Musik und Soundeffekte ordnen sich dem Geschehen sinnvoll unter. Sie unterstützen die Stimmung, drängen sich jedoch selten in den Vordergrund.


Performance & Technik

Technisch präsentiert sich Dungeons 3 äußerst stabil. Während der Spielzeit treten keine nennenswerten Bugs oder Abstürze auf. Auch die Performance ist durchweg solide: kurze Ladezeiten und stabile Frameraten sorgen für ein flüssiges Spielerlebnis.

Technische Probleme oder Einschränkungen fallen nicht ins Gewicht, was gerade bei einem längeren Strategiespiel positiv auffällt.


Pros & Contras

Pro:

  • Gelungene Kombination aus Dungeon-Management und RTS-Gameplay
  • Drei Fraktionen mit klaren Rollen und sinnvoller Aufgabenverteilung
  • Humorvolle Inszenierung mit starkem Erzähler
  • Gute Balance und abwechslungsreiche Mechaniken
  • Stabile Technik und saubere Performance

Contra:

  • Repetitiver Missionsstart durch häufigen Neuaufbau des Dungeons
  • Umständliche Auswahl einzelner Einheiten in Gruppen
  • Einige Systeme (z. B. Fallen) auf normalem Schwierigkeitsgrad wenig relevant
  • Story inhaltlich eher simpel

Fazit & Bewertung

Dungeons 3 überzeugt vor allem durch seine gelungene Mischung aus Aufbau-Strategie und Echtzeitkämpfen. Die Verzahnung von Dungeon und Oberwelt sorgt für Abwechslung, während die verschiedenen Fraktionen und ihre klaren Aufgabenbereiche dem Gameplay Struktur geben.

Die größten Schwächen liegen in der Missionsstruktur, die durch wiederholte Aufbauphasen an Dynamik verliert. Dennoch gelingt es dem Spiel, durch neue Mechaniken, solide Balance und eine unterhaltsame Präsentation langfristig zu motivieren.

Unterm Strich ist Dungeons 3 ein gutes Strategiespiel, das vor allem durch seinen Humor und sein eigenständiges Spieldesign punktet.

Bewertung: 8 / 10

Geeignet für:
Spieler, die eine Mischung aus Aufbau-Strategie und klassischem RTS suchen und Wert auf humorvolle Inszenierung legen.

Weniger geeignet für:
Spieler, die durchgehenden Fortschritt ohne wiederkehrende Aufbauphasen erwarten oder großen Wert auf eine tiefgehende Story legen.


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